Achtsamkeitswanderung von Rebe zu Rebe im Weinparadies bei Nenzenheim

Weit weg von Trubel, ganz nah an der Natur – so waren wir am Samstag in einer kleinen Gruppe gemeinsam, ausgelassen und achtsam zugleich von Rebe zu Rebe im Weinparadies unterwegs.

 

Nach einer kurzen theoretischen Einführung in das Weinparadies, konnten wir im Anschluss ganz praktisch den Rebsaft „Paradieswein“ (Cuvée aus Müller-Thurgau-Trauben von 13 ansässigen Winzern) kosten und sehr beschwingt durch die gelb gefärbten Weinberge flanieren. Anfangs überraschte uns immer mal wieder ein kleines „Schäuerchen“, später rissen die Wolken auf und blauer Himmel zeigte sich.

Auf dem Bullenheimer Berg bot sich vom Aussichtsturm ein weiter Rundumblick.

Weiter ging es durch den Kunigundenwald zur Ruine der Kunigundenkapelle.

 

Mit Blick auf die Weinberge und die Reben meditierten wir zum Thema „Ich bin eine Rebe – was prägt mein Leben, wo setze ich Prioritäten, wo ist es gut loszulassen, wer bin ich?“

Ich bin eine Rebe.
Wenn ich mir Zeit zum Wachsen gebe,
wenn ich immer wieder bereit bin loszulassen,
wenn ich mir auf den einen Weg - meinem Weg - konzentriere,
wenn ich fest verwurzelt bleibe auch,
durch harte Winter hindurch, nach Ernte und Missernte, nach Hagel und Sonnenschein,

dann wird in jedem Frühling neues Leben aus mir erwachsen und reiche Frucht bringen

In der Weinparadiesscheune konnten wir unseren Hunger und Durst stillen. Auch hier stand die Rebe – der köstliche Rebensaft – im Mittelpunkt.

Auf dem Rückweg begleitete uns blauer Himmel und Sonnenschein durch die Weinberge, vorbei am jüdischen Friedhof bei Hüttendorf zurück zum Wanderparkplatz bei Nenzenheim.

Gedicht von Ute Elisabeth Mordhorst – Süße Früchte

Ein Grund zur Freude

ist die Lebendige.

Ein Grund zum Singen.

Der Weinberg,

den die Allmächtige mir gab,

wird süße Früchte bringen,

wenn ich auf ihrem Grund

zu mir und meiner Wahrheit

stehe.

In ihrer Sonne kann ich reifen

ich darf mich als ihr Kind begreifen.

Bin eine ihrer Reben.

So wie ich bin,

so bin ich gut.

So darf und soll ich

glücklich leben.

 

Welch ein achtsamer und berauschter Tag!